Kunstvermittlung

“Kunstvermittlung ist auf alle Fälle ein dynamischer Prozess, der nie zu einem Ende kommen kann. Man ist als Vermittler zwar immer bestrebt eine Art Übersetzungsarbeit zu leisten, weiß jedoch, dass es immer nur eine Meinung unter vielen ist. Dennoch ist die Vermittlung von Kunst kein sinnloses Unterfangen. Gerade durch die Polyvalenz der Kunstwerke lernen wir individuelle Lebensansichten in unterschiedlichen Perspektiven kennen und lieben. Die Kunstvermittlung halte ich vor allem in der Schule für ein Hauptfach um künstlerische Strategien als Möglichkeit einer Lebensperspektive für sich zu entdecken. Kunst vermitteln kann man nur mit Begeisterung für die Kunst.” Karl-Heinz Ströhle

“In meinem Verständnis leitet Kulturvermittlung einen lebensbegleitenden Entwicklungsprozess ein, bei dem jedeR seine geistigen, kulturellen und lebenspraktischen Fähigkeiten und seine personalen und sozialen Kompetenzen ausdehnt und sich seiner Selbst klarer werden kann.” Beate Göbel

“Kunst zu vermitteln hat sich in den letzten Jahren zunächst selbst in Frage gestellt, ist dann in andere Ebenen hineingewachsen, in den öffentlichen Raum etwa oder in die Konzeptkunst: Form und Auftritt als Beispiel der Vermittlungsarbeit, zeitgenössische Werke selbstredend als Vermittlungstools. Konservativ und didaktisch zu arbeiten ist Gott sei Dank kein Thema mehr, Wert und Sinn aktueller Kunstvermittlung wären wohl stets der Diskussion wert. Kunst in ihrer Vielfalt vermittelt sich nicht von selbst.” Elise Penzias

“Für Kinder: Zuwendung zur Welt hin, einer Welt, die mit den Sinnen wahrgenommen werden kann. Ein für die gesunde Entwicklung des Kindes zu förderndes Erziehungsideal, damit der heranwachsende Mensch seine Lebensaufgabe bewusst ergreifen kann und sich in die Welt als wichtiges Mitglied der menschlichen Evolution einbringen kann.”
“Für Erwachsene: Erweiterung von Anschauung, Bewusstwerden der eigenen Wahrnehmung, Sensibilisierung der Sinne, Vertiefung. Menschen sollten die Möglichkeit haben, ihre bildnerischen und schöpferischen Kräfte zu entwickeln, ihre inneren Welten zu erforschen und einen Zugang zu ihren Fähigkeiten und Potenzialen zu finden. Sei es als Ausgleich zum Beruf oder um die eigene Persönlichkeit zu entwickeln. Im Künstlerischen ist fast alles möglich und kann erprobt werden. Dies wirkt sich auf das Alltagsleben positiv aus und setzt Entwicklungsprozesse in Gang. Für den Vermittler / die Vermittlerin erfordert vor allem Ehrlichkeit. Eingefahrene Wahrnehmungen und Denkmuster müssen hinterfragt und gegebenenfalls ersetzt werden.”
Greta Znojemsky