WOHIN

Gesprächsreihe zur Wahrnehmung und Diskussion aktueller Probleme des heutigen Musiklebens

Montag, 28. November 2011, 19 Uhr

WOHIN?17

in Zusammenarbeit mit der IG Komponisten Salzburg

MUSIK? – In welchem Kontext ist Musik Musik?

Galerie 5020
Salzburg, Sigmund Haffnergasse 12/1

mit
Heinrich Deisl (Journalist/Skug)
Johannes Kreidler (Komponist/Berlin) per Skype
Barbara Lüneburg (Musikerin/Wien)
Eva Maria Stöckler (Musikwissenschaftlerin/Donau-Universität Krems)

Moderation Hannes Raffaseder und Wolfgang Seierl
ARGE Komponistenforum Mittersill

Das 16. Kofomi im September 2011 widmete sich der Frage “Musik?” und erzeugte mit dieser kürzelhaften Fragestellung vor allem weitere Fragen. In diesem Gespräch – zwei Monate nach dem KoFoMi 2011 – wollen wir einige dieser Fragen herausgreifen: Was und wo ist Musik heute, welche Funktionen hat sie in unserer gegenwärtigen Gesellschaft? Anton Webern vollzog mit seinem Satz “Die Musik ist die gesetzmäßige Natur in Bezug auf den Sinn des Ohres” den Schritt von einer materialbezogenen zu einer kommunikationsbezogenen Definition von Musik. Von der Tonkunst zur Hörkunst also. Seit damals und vor allem in den letzten 20 Jahren hat sich vieles verändert, – der technische Fortschritt bringt uns die Musik mittels Lautsprecher oder Kopfhörer so nah und in einer Vielfalt und Fülle an unser Ohr wie nie zuvor und ändert damit unsere Musikkonsumgewohn­heiten radikal. Was aber ist Musik, der Musikmarkt und unser Hören bzw. Musikkonsum heute? Wie der zerbrochene Spiegel der Postmoderne und unserer globalisierten und vernetzten Welt scheint sich der traditionelle einheitliche Musikbegriff in unzählige Facetten aufzusplittern, aufzulösen und doch neu zu bilden, – für Musikschaffende wie -hörende…

Freitag, 13. Mai 2011, 19.00 Uhr

WOHIN?#16

in Zusammenarbeit mit der IG Komponisten Salzburg

WE ARE THE PUBLICARE WE THE PUBLIC?

oenm-Atelier im Salzburger Künstlerhaus,
5020 Salzburg, Hellbrunner Straße 3

Dr. Hildegard Fraueneder, Kunstwissenschaftlerin und Ausstellungskuratorin, Universität Salzburg, FH Salzburg, Leiterin der Galerie 5020 Salzburg,
Prof. Ranko Markovic, Pianist und Klavierpädagoge, Künstlerischer Leiter der Konservatorium Wien Privatuniversität,
Dr. Nina Polaschegg, Musikwissenschaftlerin, Musikpublizistin, Kontrabassistin,

Moderation Hannes Raffaseder und Wolfgang Seierl und das Publikum
Organisation: Wolfgang Seierl

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Kunst ist ein Kommunikationsmedium, in dem nicht Autor/in und Werk relevant sind, sondern Erfahrung und Rezeption. Über die heute übliche Praxis der Produktions- und Institutionsförderung vergessen wir allzu leicht die Seite des Publikums, dessen Wahrnehmungs- und Aufmerksamkeitspotential die Kunst als Kunst überhaupt erst in die Welt setzt. Kann die Kunst, die heute produziert wird, auf genügend Wahrnehmung und Konzentration seitens eines Publikums rechnen, das sich seiner machtvollen, mit gestaltenden Funktion nicht bewusst ist? Die Kunstschaffenden müssen nach neuen Möglichkeiten suchen, ihr Gegenüber so zu affizieren, dass dieses das künstlerische Werk als ein solches wahrnehmen kann, – müssen in Hinblick auf gelingende Kommunikation die traditionellen Kommunikationsstrukturen hinterfragen und verändern.

Moderation Wolfgang Seierl

Musikalische Umrahmung: österreichisches ensemble für neue musik – oenm.

Frühere Veranstaltungen:

Ort: Jeweils Galerie 5020
Sigmund Haffnergasse 12/1, 5020 Salzburg

Freitag, 10. Dezember 2010, 19.00 Uhr

WOHIN?#15

in Zusammenarbeit mit der IG Komponisten Salzburg

KULTURBULIMIE

Mit
Christian Allesch, Universität Salzburg / Inst. f. Psychologie
Matthias Lošek, künstlerischer Leiter Wien modern
Pia Palme, Musikerin, Komponistin
Sabine Reiter, Musikwissenschafterin, Direktorin mica – music austria
Moderation Wolfgang Seierl

Andrea Curd Sauerberg/ Berena news rezensiert in einem online-Artikel ein imaginäres Buch: K. C. Broom, Kulturbulimie. Die Gegenwart zeichne sich dadurch aus, dass das Sublime sich beschämt aus dem Staub gemacht habe. Auf der einen Seite sei es ein nicht Stattfinden der Sublimation, der Sedimentierung des kulturellen Moments, anderseits aber auch einfach das Fehlen der Feinheit, der Subtilität. Die Hyperästhetik lasse dem Menschen keinen Raum mehr, Atem zu holen, das sei geradezu Programm. Wer Zeit habe, zwischen den Mega-Events unserer Tage Luft zu schnappen, der ziehe seinen Kopf aus der Schlinge, so er noch einen habe. Wer sich aber mit einem solchen Event voll gestopft habe, der müsse, wolle er für den nächsten fit sein, den gerade vergangenen herauskotzen.

In einem Interview spricht die Athletin Ines Geipel über Parallelen zwischen Sport und Kunst: “Aber alles, was einmal in den Olymp aufgenommen wird, ist tote Ware. Das ist in der Kunst genauso, wenn es um diese Kulturbulimie geht. Olympische Spiele und Salzburger Festspiele? Genau, daran denke ich auch im Augenblick…” (“Die Presse”, Print-Ausgabe, 31.10.2010).

Ist unsere Kultur vielleicht schon tot?

Anschließend CD-Präsentation: EKR 045/046 ShortCuts.
Petra Stump und Heinz-Peter Linshalm, Klarinetten

9. Juni 2006

Wohin?#6

iPod oder PISA_Zukunft der Musik(aus)bildung

Ludwig Nussbichler,
Manon-Liu Winter,
Monika Oebelsberger

“Dieses Jahr mahnt uns in aller Eindringlichkeit, dass unsere Kinder ein Recht auf eine volle Bildung und nicht nur auf Ausbildung haben. – Es ist symptomatisch für unsere Bildungsziele, dass bei den Kontrollmethoden – etwa der Pisa-Studie – die Musik praktisch keine Rolle spielt. Nebenbei bemerkt – die beiden Artikel der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte, Nr. 26 und 27, die von Bildung und Kultur handeln, sind von peinlicher Dürftigkeit.”
Nikolaus Harnoncourt, Festrede Mozartwoche 2006

Montag, 14. Mai 2007

Wohin?#8

Komponistenforum Mittersill
mit der IG Komponisten Salzburg

LOKAL KONTRA GLOBAL

Gerhard Laber (Komponist)
Werner Raditschnig (Komponist)
Peter Paul Kainrath (künstl. Leiter Klangspuren Schwaz)
Alexander Müllenbach (Direktor Int. Sommerakademie Mozarteum)
Manuel de Roo (Musiker und Komponist, OENM)

CD – Präsentation:
Gerhard Laber, Hörstoff. ein klang_records 024/025
Werner Raditschnig, Frauen 06. ein klang_records 026

Montag, 17. September 2007

Wohin?#9

CHILL OUT – Arbeitsbedingungen für KünstlerInnen

mit
Hubert Ho (USA), Composer in Residence im Rahmen des Künstleraustausches zwischen dem VCCA und dem Land Salzburg
Irena Popovic (Serbien), Composer in Residence im 12. KomponistInnenforum Mittersill
Hermann Peseckas (A), Filmemmacher
Jorge Sanchez-Chiong (A), Komponist

CD-Präsentation ein klang_records:
EKR 027 subitized (Palme, Sánchez-Chiong, Kazuhisa)

Ob Virginia Center for the Creative Arts (VCCA) oder KomponistInnenforum Mittersill (Kofomi), – noch gibt es Orte, an denen Institutionen oder KünstlerInnen selbst versuchen, ideale Arbeitsbedingungen zu schaffen. Die Wirklichkeit sieht anders aus. Nicht umsonst steht an der Ausfahrt des VCCA zum öffentlichen Highway eine Tafel mit der Aufschrift „Real World“.

Montag, 25. Mai 2009

Wohin?#12

Jugend KULTUR

In Zusammenarbeit mit der IG Komponisten Salzburg

Mit
Anderas Neumayr (Jazzit Salzburg),
Daniela Gmachl (ARGE Kultur Salzburg),
Gerd Pardeller (Mark Salzburg),
Rüdiger Wassibauer (Schmiede Hallein),
Ingrid Weydemann (Kreativplattform Museum Fronfeste)
Moderation Wolfgang Seierl (ARGE Komponistenforum Mittersill)

CD-Präsentation ein klang_records:

EKR 038 Dr. Au Plasmic feat. Agnes Heginger (Elisabeth Harnik piano, Agnes Heginger vocals, Fredi Pröll drums, Uli Winter cello)

EKR 039 10 Jahre ein klang_records mit remixes von Florian Gruber, Alois Huber, Matthias Husinsky, Didi Neidhart, Martin Parker, Hannes Raffaseder, Wolfgang Seierl und Thomas Wagensommerer

3. Dezember 2009

Wohin?#13

KUNST:FÖRDERUNG Michael Seywald (Künstlerisch-pädagogischer Landesdirektor Musikum Salzburg): “So lange wir uns es leisten können…”. Marmelade oder Brot. Ausbildung am Musikum

Irene Suchy (Universitätslektorin, Oe1 Musikredakteurin, Buchautorin): Strukturen des Komponierens – Strukturen des Förderns

Ensemble Sax-Hotline Salzburg

Die aktuelle Wirtschaftskrise ist auch die Krise überkommener Wertehierarchien. Die aktuelle Forderung nach Kunstförderung zielt nicht nur auf die Überlebenschance für Kunst und KünstlerInnen, sondern auch auf die Korrektur gesellschaftlicher Werte. Die geforderte Förderung muss neue Strategien entwickeln, Bildung und Ausbildung berücksichtigen und von gesellschaftlichem Bewusstsein getragen sein. Irene Suchy ortet dieses Bewusstsein in der historischen Figur des Mäzens, Michael Seywald sieht dessen Wurzeln im Kreativitätspotential der Jugend.

Freitag, 4. Juni 2010

Wohin#14 + micafocus Salzburg

in Zusammenarbeit mit mica – music austria, der IG Komponisten Salzburg und Estrela, Verein zur Förderung Salzburger Elektronikmusik am internationalen Markt

NETZWERK:LOBBYING neue Strategien der Kunstschaffenden

mit
Paul Estrela (Verein zur Förderung Salzburger Elektronikmusik am internationalen Markt)
Lothar Knessl, einer der profundesten Kenner zeitgenössischer Musik in Österreich
Didi Neidhart (Musiker, Journalist, Leiter mica-Servicestelle Salzburg)
Christian Reiser (FV Film- und Musikindustrie Salzburg)
Hannes Schalle (Filmmusiker, Moonlake Entertainment)

live act:
Matias Monteagudo aka MONTéZ aka Spyro, Komponist und Produzent aus Caracas Venezuela, lebt und arbeitet seit 2008 in Salzburg (estrela records)

Moderation Wolfgang Seierl (ARGE Komponistenforum Mittersill)

Der britische Sozialwissenschaftler Colin Crouch bezeichnet mit seinem Begriff Post-Demokratie die unter dem Druck der Globalisierung und Neoliberalisierung in den nationalstaatlichen Demokratien der westlichen Dienstleistungsgesellschaften sich herausbildende neue politische Konstellation. Die einzige Chance, in dieser von den großen Konzernen beherrschten Situation Interessen von Minderheiten durchzusetzen, ist – nach Crouch – gezieltes politisches Lobbying. Sind Netzwerken oder Lobbying oder die Verbindung von beidem die Strategie der Künstlerinnen von heute? Die Anstrengungen müssen jedenfalls über den von Kunstschaffenden bisher gern gepflegten Austausch im Rahmen von traditionellen Netzwerken hinausgehen, wenn die Kunst ihren Platz in der Gesellschaft erfolgreich verteidigen will.