Radikal Neues

Eine Modellentwicklung für spartenübergreifendes interdisziplinäres Arbeiten.

Sara Gasparoni, Pia Palme und Christiane Spatt

Projektbeschreibung:

Das Projekt RADIKAL NEUES wurde als Entwicklungslabor für exemplarische spartenübergreifende gemeinsame Projekte bzw. Werke konzipiert, die interdisziplinäre Teams aus Kunst und Wissenschaft zu einer konkreten Fragestellung erarbeiten.

RADIKAL NEUES wird von einem Projektteam, bestehend aus Claudia Mongini, Christiane Spatt, Kristina Mensch und Helga Köcher in einem mehrstufigen Prozess getragen.

Der Erfolg

Das Projekt RADIKAL NEUES war im ersten Jahr in mehrfacher Hinsicht erfolgreich:

Es sind nun aus diesem Setting vier interessante spartenübergreifende Projekte zwischen je einer Künstlerin und einer Wissenschaftlerin / einem Wissenschaftler entstanden, die durch das RADIKAL NEUES-Projektteam von der Fragestellung über die Partnerfindung und Projektentwicklung innerhalb dieser Paare bis zum ausformulierten Antrag begleitet und unterstützt wurden.
Drei davon wurden zum Märztermin beim BMUKK eingereicht:
BLUTBILD.BLUT.BILD von Isabel Czerwenka-Wenkstetten und Günther Lametschwandtner
RUND. GUT GEMEINT von Christiane Spatt und Kristina Mensch
EARSPACES von Pia Palme und Sara Gasparoni

Das vierte Projekt der bildenden Künstlerin Synusia Casaluce-Geiger und der Ärztin Mina Lahlal ANATOMIE EINES FREIEN LEBENS, das an der Schnittstelle von Anatomie und Open Source verortet ist, benötigt auf Grund seiner Komplexität in der Ausformulierung noch einige Detailarbeit. Die beiden werden ihr Projekt im Herbst einreichen. Weitere Projekte von Florian Ledermann und Malte Fiala sind in der Diskussionsphase.

Als Erfolg ist auch anzusehen, dass zu den genannten Projekten das Interesse von substantiellen Kooperationspartnern aus ganz verschiedenen Bereichen gewonnen werden konnte.

Der wichtigste bisherige Erfolg von RADIKAL NEUES war jedoch die Erkenntnis, die über die Bedingungen der Entwicklung und des Aufsetzens solcher interdisziplinärer spartenübergreifender Projekte gewonnen wurden. Dies zu untersuchen hatte sich das Projektteam ja als wesentlichstes Ziel gesetzt.

Ergebnisse per September 2013:

BLUTBILD.BLUT.BILD sowie EARSPACES haben vom BMUKK substantielle Förderungen erhalten. Dem Projekt RUND. GUT GEMEINT hat der Beirat keine Förderung zuerkannt. Das Team wird versuchen, andere Partner dafür zu gewinnen.

Während EARSPACES in die Realisierungsphase geht, hat das Team von BLUTBILD.BLUT.BILD bereits ihr erstes Ziel umgesetzt:


Eine Präsentation des entstandenen Projekts in der Sala Terrena, dem Ausstellungszentrum der Universität für Angewandte Kunst im Heiligenkreuzerhof in Wien – Information dazu – mit einer Diskussion hochkarätiger Forscher_innen aus der Molekularbiologie zum Thema “PERSONALISIERTE MEDIZIN. DATEN, BILDER und BEZIEHUNG, moderiert von einem Kunsthistoriker. Mehr dazu.
Im nächsten Step folgt eine Analyse der Zusammenarbeit und des bisherigen Ergebnisses und im kommenden Jahr dann eine weitere Ausstellung und Diskussion in einem wissenschaftlichen Umfeld.

Das erste Treffen des Projektpaares mit dem begleitenden Team:
Christiane Spatt, Isabel Czerwenka-Wenkstetten, Günther Lametschwandtner, Claudia Mongini, Kristina Mensch

Zielsetzung:

Die Projektreihe „Radikal Neues“ versteht sich als Beitrag zur Grundlagenforschung im Bereich spartenübergreifender Kooperation. Ziel ist es, ein Modell echten interdisziplinären Arbeitens zu entwickeln und damit neue Entwicklungen im Kunst-, Kultur und Geistesleben anzustoßen. Dazu setzt „Radikal Neues“ in zweifacher Hinsicht an der Begegnung von Kunst und Wissenschaft an und beobachtet die entstehenden Beziehungen:

Zum einen untersucht „Radikal Neues“ an Hand der konkreten Einreichungen und der Begleitung ihrer Projekt-Realisierungen das Verhalten der jeweiligen AkteurInnen aus den unterschiedlichen Fachbereichen: wie sie kommunizieren, was sie motiviert, was sie hemmt, welche ihrer spezifischen Ideen sie einbringen und wie sie im Lauf des Arbeitsprozesses ihr Potential zur Geltung bringen können, aber auch welche Arbeitsbeziehungen möglicherweise scheitern und warum.

Zum anderen geht es um die Beziehungen der Disziplinen selbst, die miteinander in diesen Arbeitsprozessen konfrontiert werden: Das Emergence of Projects-Projektteam analysiert und dokumentiert, welche theoretischen Ansätze, Denkweisen und Methoden zur Anwendung kommen und wie diese miteinander in der Praxis korrelieren oder möglicherweise in Konflikt geraten und wie weit neue und Meta-Ansätze entstehen können.

Claudia Mongini, Synusia Casaluce-Geiger (verdeckt), Kristina Mensch, Christiane Spatt, Mina Lahlal

Dadurch, dass eine Reihe verschiedener Einzelprojekte aus unterschiedlichen Disziplinen durch den internen Call angestoßen und vom Emergence of Projects-Projektteam coachend begleitet und dokumentiert wird, ist mehrfacher und über einen speziellen Fall hinaus grundlegender Erkenntnisgewinn zu erwarten:
– Erkenntnisse, ob radikal Neues auf diese Art entstehen kann
– Erkenntnisse zu Schnittstellen von Kunst und Wissenschaft
– Erkenntnisse zu Möglichkeiten der Weiterentwicklung von Kunst und ihrer Impulse für die Gesellschaft und Wissenschaft
– Erkenntnisse über die Kommunikationsstrukturen zwischen KünstlerInnen und WissenschaftlerInnen
– Erkenntnisse, wie weit der Erfolg solcher Versuche abhängig von Disziplinen ist
– Erkenntnisse, was solche Versuche für den Hybriditätsbegriff bedeuten
– Erkenntnisse aus solchen Versuchen für die Innovationsforschung

Die entstehenden Werke schließlich, die die interdisziplinären Teams einzeln einreichen und erarbeiten, sollen abschließend in geeigenten musealen / wissenschaftlichen /öffentlichen Räumen präsentiert werden und so zusammen mit den Dokumentationen der Arbeitsprozesse als Referenzprodukte einer klaren spartenübergreifenden Arbeit dienen.

Die Erfahrungen aus dieser Projektreihe „Radikal Neues“ sollen auch in die Debatte zu interdisziplinärem Arbeiten eingehen und Impulse für den entsprechenden Diskurs setzen.

Sara Gasparoni, Pia Palme Pia Palme, Christiane Spatt

Team Projektentwicklung:

Helga Köcher, Betreiberin des Netzwerks Emergence of Projects, Künstlerin im sozialen Kontext sowie Projektmanagement
Kristina Mensch, Soziologin, gegenwärtig Masterstudium Kultur- und Sozialanthropologie
Claudia Mongini, Physikerin, Konzeptkünstlerin, Theoretikerin
Christiane Spatt, Bildende Künstlerin, Kunsttherapeutin