Ort der Behauptung

Kooio, Forum für Kunst und Kommunikation wurde 2009 von Maria Rauch gestartet. Eine Kollaboration mit Rainer Ganahl brachte die Möglichkeit einer Beteiligung an der Kunstmesse KunStart12 in Bozen. Für diesen Auftritt wurde von Jeannot Schwartz ein Ausstellungsformat entwickelt, das die Situation Kunst-Markt/Messe mit eigener Fragestellung reflektiert.

Mit einem Open Call an ALLE wurde eingeladen Kunstbehauptungen einzureichen. Die Einreichungen nicht selektiert.

ORT DER BEHAUPTUNG unternahm damit den Versuch Kunstproduktion nicht nur wirtschaftlich zu verstehen. In ORT DER BEHAUPTUNG wird Kunst physisch-begrifflich am Ort ihrer physischen Äquivalenz, am Haupt, erprobt.
Grundlegend ist dabei, dass Kunst immer in Form von Behauptung, von Kunst-Behauptung auftritt. Kunst ist Kunstbehauptung – Behauptungskunst.
Sowohl Behauptungen als auch der Kunst ist zu eigen, dass sie ohne Gewissheit auskommen müssen – eine Erfahrung des Prekären.

Für diese Erprobung wurde ein Sockel mit Anbindungsfunktion geschaffen. Dieser erlaubt Kunst-Gegenstände/Kunstbehauptungen über dem Kopf zu tragen. Der Träger wird so zum lebenden Sockel für Kunst. Er stellt seinen Kopf der Kunst als Support zur Verfügung. In dieser Trägerfunktion vollzieht er eine reale soziale Handlung.

Der Träger sieht die von ihm getragene Kunst nicht. Er wird aber vom Anderen in dieser Verbindung gesehen. Behauptungen ist zu eigen, ohne Gewissheit auskommen zu müssen. Diese Situation ist eine des Prekären und der Kunst innewohnend. Diese Erfahrung soll dem Betrachter möglich werden.

„ORT DER BEHAUPTUNG“ ermittelte die Bereitschaft der Messebesucher, einen nicht monetären, sondern physischen Support für Kunst zu übernehmen. Auf Sockeln montiert, können die Kunst-Behauptungen auf dem Kopf getragen werden. Die teilnehmenden KünstlerInnen und Messebesucher konnten die Kunst-Gegenstände ausborgen, aufsetzen und den Behauptungscharakter der Exponate auf sich wirken lassen. Sie konnten sich im Messepublikum als lebende Sockel für Kunst bewegen, neue bewegte Ausstellungen konfigurieren und andere Messestände mit ihren immobilien Kunstbehauptungen besuchen.

Teilnehmende KünstlerInnen:
Roland Albrecht . Ursula Beiler . Jana Bereiter . cunst&co . Hermann Graber . Mario Grubisic . Harischa . Heidi Holleis . Lazi Fazi . Michaela Niederkircher . Rene Nuderscher . Joanna-Sabina Pisanska . Kerstin Rajnar . Maria Rauch . Werner Richter . 
Alex Roshé . Nora Schöpfer . Jeannot Schwartz . Syl Via . Daniela Maria Span . Christiane Spatt . Simone Thurner . Der Überlebende . Maria Vill . 
Jutta-Maria Walter . Bernhard Wieser . Monica Wittib . Gruppe Wildwuchs . Tom Zabel . Haydar Zeki . Roland Zorbach.


“ich behaupte dein haupt…...”
Alexander Scharf – Jeannot Schwartz

Translocation der Behauptungen in den Salon, Kunstpavillon, Kleiner Hofgarten, Rennweg 8a, Innsbruck Mittwoch, 11. April 2012, 19.00

Ein Abend mit „Ort der Behauptung”

18.30 Uhr: Treffpunkt im Kooio, Mariahilfstr. 40, Innsbruck

Jeannot Schwartz kündigt an:

der salon bildet den abschluss eines experiments, an dem sich 29 künstler beteiligen. das experiment erprobt auf einer kunstmesse mit kunst-behauptungen das messepublikums auf ihre bereitschaft trägerschaft für kunst zu übernehmen. im vergleich zum finanziellen erfolg, stimmt uns die erprobung optimistisch. die 31 gezeigten kunst-behauptungen konnten 22 mal mit support punkten!

Tragesockel: Kunstbehauptung Simone Thurner, getragen von Jeannot Schwartz
Für den Salon im Kunstpavillon wird die Möglichkeit dieser Erfahrung ausgedehnt. Die Exponate befinden sich im Kooio, Mariahilfstrasse 40. Sie benötigen Ihre Trägerschaft um zum Salon in den Kunstpavillon zu gelangen.

Alle die bereit sind, sich der Kunst als mobiler Support zur Verfügung zu stellen, bitten wir sich um 18.30 im Kooio einzufinden. Die Behauptungsprozession findet unter dem Schutz der Göttin statt.

Der Salon startet mit dem Eintreffen der Exponate ca. um 19 Uhr.