Genochmarkt 06.09 site of musicx

GENOCHPLATZ / STADLAU / 1220 WIEN

19.6. – 20.6.2009
site of musicx_

Ein Projekt von
MIKMISSION IGNITION KAGRAN

Verein zur Entzündung und Umsetzung
partizipatorischer künstlerischer
Interventionen im öffentlichen Raum.
http://www.mik22.at

Steffi Sandhäugl, Helmut Preis

Der Genochmarkt verwandelt sich im Frühsommer zur künftigen Stadt-Legende. Alle Innen- und Außenräume des schlafenden Markts werden mit Menschen, Ideen und Sounds erfüllt. Der Vorhang öffnet sich für zwei vibrante Tage, zum Vorschein kommen lebendige Medien des Pop. Vereinte Hirn-, Herz- und Zungenmuskeln liefern auf der Marktbühne ein Seh-, Hör- und Tanz-Programm!

FREITAG 19. 06.2009, Start 19:30

INSTALLATION

Anita Hafner: Lost in(nen/außen)

Clubräume liegen im Inneren eines Hauses und sind für Passanten nicht sichtbar. Anita Hafner bringt in ihrer Kunstintervention Spiegelböden in der Auslage einer Markthütte des Genochenmarkts an. Der Clubraum wird somit zum öffentlichen Raum, die Passanten zu einem Teil der Kunstintervention.
Intervention im Schaufenster: Die Scheibeninnenseite der Auslage wird mit dem Spiegelboden beklebt. Auf der Schaufensterseite ist zusätzlich ein 120×100 cm großer C6-Druck eines digital movieloop-Stills1 von FreakA|Lost in Bass appliziert, das ursprünglich zu breakbeats geschnitten wurde und jetzt als Versatzstück der Clubkultur in der Auslage steht, als Synonym für sound und motion. Die Markthütte ist innen beleuchtet, wobei nur das Still Licht nach außen lässt, da die Glasscheiben mit dem Tanzteppich verkleidet sind.
Dadurch transferiert Anita Hafner den Clubraum nach außen. Passanten werden durch die verspiegelte Fläche des im Schaufenster befestigten Belags Teil der Kunstintervention.

http://www.LostInBass.at

KONZERTE CAPTAIN KNIFE Chamber Musik

„They call him the ripper, or if you like: captain knife“ heißt es im Song der britischen Heavy Metal Band “Judas Priest. Die Band “Captain Knife” gibt es jedoch, in alterinierenden Besetzungen erst seit 2007 als A. D. Martinz, Student an der Universität für darstellende Kunst und Musik (Institut für Elektroakustik) begann, sich vermehrt den Möglichkeiten eines kleinen Ensembles zuzuwenden und Stücke für die Besetzung: Schlagwerk, Perkussion, Bass, Cello, Viola, Violine, Bassklarinette, Klarinette und Gesang zu schreiben. Seitdem zeichnet sich der der Sound „Captain Knifes“ primär durch die Abwesenheit des Rock’n’Roll Instruments Nr. 1, der Gitarre aus, was die mittlerweile regulären Bandmitglieder (A. D. Martinz, Sascha Müller, Ulrike Kreuzer, Ute Joham, Karl Gmeiner, Thomas Ferenci, Daniel Müller und Paul Wurzer) jedoch nicht davon abhält, in mehrstimmigen, repetativen Strukturen mehr an AC/DC als an Joseph Hayden zu erinnern. So ist also ein „Captain Knife“ Konzert eine eigensinnig, dreckig, düster treibende Berg- und Talfahrt die sich um Kettensägen, Blut, Beuschel und expressionistische Lyric dreht. Postpunk mit Streichern und Bläsern. Tom Waits und Dmitry Shostakovich betrinken sich und finden eine Wergzeugkiste.

http://www.myspace.com/captainknife

Ginga
New Folk

THEY SHOULD HAVE TOLD US – Ginga sind vier junge Männer, die sich letzten Sommer zu weit im Wald verlaufen und nicht mehr zurückgefunden haben. Dort sind sie mit zwei Trommeln, einer Saite und einer alten Geige durch den Winter gekommen. Durch die Straßen ziehen sie jetzt nach Hause mit13 Singliedern – geschmückt mit Stummfilmgeigen,Solidaritätschören, Taschengeldromantik, Gruppentänzen, Pioniergeistern, Schlagerseufzern, Punk- od. R’n’B Einlagen,Schicksalsorgeln und Fieberträumen. Mit ihrem Debut “They Should Have Told Us” bringen Ginga brilliantes Songwriting in verschiedensten Launen und Aufmachungen. Trommeln geben Holzfällerrhythmen, den Gitarren genügt oft eine Saite, die Geigen versprechen Reichtum und Schönheit und die Stimme kommt hoch und tief durch die Lieder, singt mal ein stammtischweisheitartiges “the nights stay young, and we grow old” oder kokettiert als Dandy- Lamento ”...still you turn me on, still you turn me down” und kommt auf den Punkt mit “I don’t know the words, but this is happening”.

http://www.ginga-home.com

Trunk Show
Avant-Country aus Berlin

Dovetail Records is pleased to present Trunk Show, featuring a trunk, maybe two. A Trunk Show is a collection of costumes, trinkets, ornaments, props, bullwhips, facades, old boots, love-letters from lonesome ol’ girl in Ft. Worth, leftover baggage, and forgotten characters. There’s a hot plate, eggs, bacon, baked beans, bourbon-soaked bread pudding, and strong coffee…this is what the music sounds like. Sounds include sheet metal, guitars, large pieces of firewood, a banjo, assorted junk percussion including babydoll heads played over large cheese-graters, saxophone, lots of shoes, three-part harmony, the sound of breaking glass, E-bow, a small voice at the bottom of a well, organs, shadows of wild boys past and Mrs. Darling’s lips, and the voice of Aileen Loy…It’s that little place that you can never quite touch…that small light, just a little flare, a match-head or kerosene torch…something to light our way in the sewers, through and around the piss and shit of this world…to the electric glow of a station platform, waiting for a train going anywhere.

http://www.myspace.com/whatisinyourtrunk

bonbonblack
Pop-Allüren

Die ehemalige Klassenband Transmediale Kunst beschließt das Abendprogramm. Die neun Medienkünstler und Forscherinnen nähern sich einander mit unterschiedlichen Fähigkeiten wie Vorstellungen und werden zu Pop-KönigInnenn und tönenden Feuilleton-MitdenkerInnen. Kein musikalisches Waterloo wird sie aufhalten, munkeln die ersten Stimmen, dem Tonlauf der wohltemperierten Refrains von BONBONBLACKverfallen. Ihr Stil bewegt sich zwischen trashigem Pop, Sprechgesang, Rap und chorischen Kitsch. Der Text ist ihr Kompass, die Musik liefert den Sprit.

DJ – ACT

lädt zu: Fade out in den verschlungenen Gassen des Genochmarkts

DJ phobophob & avecja

SAMSTAG 20. 06.2009, Start 18:30

Von den populärsten weiblichen Illusionen zum nackten, kunstvollen Saitenspiel, weiter zu den Country-Kapazunder mit schwellender Brust “on stage”, dann zur elektropoppigen Mann-Frau-Verückbarkeit bis zur sanften Durchmischung mit weiblicher Durchsetzungskraft am Turntable. Der Markt s(ch)wingt, bis alle Frequenzen erfüllt sind. Der Programmausklang beschert Tanz- & Wippkultur und hilft bei Bewegungsdefiziten.

AUDIOVISUELLE PERFORMANCE

Glissando

Instrument und Performance: Die Künstlerin (A) Ulla Rauter widmet sich dieser Arbeit dem Zusammenspiel der eigenen größtenteils nicht steuerbaren vegativen Körperfunktionen als Zufallsgeneratoren von Sounds und Musik. Ein mit Kupfersaiten bespannter Violinbogen erzeugt, auf der Haut gestrichen, Töne. Die Haut mit ihrer Eigenschaft als Stromleiter wird zur klanggestaltenden Oberfläche, zum elektrodermalen Interface. Die menschliche Haut ist der sensibelste Teil dieses Instrumentes. Da die Tonmodulation durch die Hautleitwert-Reaktionen beeinflusst wird, ist sie willkürlich nur begrenzt steuerbar. Der Musiker hat nur so viel Kontrolle über das Instrument, wie er über seinen eigenen Körper und dessen affektive Reaktionen hat. Gleichzeitig bedeutet das Spiel auf der Haut ein Abtasten des eigenen Körpers und eine Interaktion mit sich selbst. Ulla Rauter’s Arbeiten und Performances reisen um die Welt, zuletzt machten sie Station in Wien, Prag und Detroit.

SHORTS
Sound Masseusen

Multivitamine und Querlagen ergeben Pop-Dames mit Metronom und allen Stimmlagen – auf der Frequenz, wo Punk zum Chanson wird. Sie begeben sich in Selbsthypnose und suchen ihren Weg durch die beliebtesten Frauenrollen dieser Welt, ausgezeichnet durch Schamlosigkeit und Desinteresse. Was gestern war, wird heute zum Versatzstück einer neuen Geschichte, die ebenfalls nichts mit den handelnden Personen zu tun hat. Gelangweilt und erotisiert begegnen sie der Geschichte vom Verlangen, von der Frau mit dem Mann im Haus und vom Herz aus Glas. Sound Masseusen schlüpfen in unzählige Rollen, um sie danach wieder mit einem kühlen Lächeln abzustreifen. Sie bieten Unterhaltung – sie wollen Unterhaltung. Und sie bewegen sich nicht vom Fleck und machen mehrere Gesichter zum Spiel mit der Aufmerksamkeit. Drei Stimmen, ein wenig Musik und bekannte und unbekannte Texte wie Wahrsagungen über das Leben. In etwas mehr als 10 Minuten wissen dann alle Bescheid.

KONZERTE

Rewolfinger
Trash-Country

In der unwegsamen Hölle der Old-Style Countrymusik:Die Welt von Rewolfinger ist hart und grau – und nicht nur im Zweifelsfall immer gegen den Angeklagten: Songs, die tief im Dreck des desperaten Dark Country stecken und mit abgeschabtem R’n’R- und Punkrockfeeling dem glatten Nashville-Sound das Fürchten lehren. Auf “How we Lost Our Way” verirren sich Rewolfinger zwölf Mal in die unangenehmsten Randbezirke des Lebens. Dort, wo trunksüchtigen Männern von ihren schießwütigen Frauen die Hölle heiß gemacht wird. Dort, wo das einzige Glück trauriger Existenzen darin besteht, dieselben Fehler immer wieder zu machen. Geht man in der Musik aufs Ganze, verliert sich jede Genre-Richtung. Rewolfinger-Country ist eine trübe Suppe aus Mariachi-Trompeten, Polka-Wahnsinn, Texmex, Bluegrass und Gitarrenfeeback – runtergespült mit einem kräftigen Schluck aus der Punk-Pulle. Denn wenn es schon so etwas wie World Music gibt – dann muss es auch World’s End Music von Rewolfinger geben.
Der New Album Release hat das alles vollbracht:

http://www.rewolfinger.com

Good enough for you
Elektro- Pop

Das Duo lullt alle Sinne mit herzerfrischenden durchgeknallten Electropopsongs ein, die herrlich schrullig mit dadaistischen Texteinlagen, quirrligen Beats und Samples in einer Pfanne angerührt wurden, anschließend gnadenlos durch den Indie-Rock-Kakao gezogen und mit jeder Menge schräger Glasur versehen im zweistimmigen Schnellkochtopf zum Mitternachtssnack an der Clubtheke dargereicht werden. Zu verantworten hat dieses Kick-Off-Rezept der österreichische BULBUL-Chefkoch Manfred Engelmayr und seine nicht minder schlecht brodelnde Kumpanin Karin Brüll von der feministischen Künstlerinnengruppe SCHWESTERN BRÜLL. Als besonderes Schmankerl hat sich Acid Pauli den Track „Blackseat Of My Car“ vorgenommen und schon im April bei Disko B zusammen mit dem Original auf Vinyl unter dem Titel „Sitting On The Dog Of My Babe“ herausgebracht. Darauf läuft der Remix von innen nach außen. Lecker.

DJ – ACT

Female Obsession

Ausgehend von Kunst als “interventionistische Praxis”, die auf Beziehungsgeflechte ausstrahlt, werden von Female Obsession jene Phänomene thematisiert, die künstlerische Prozesse in Handlungsoptionen verwandeln. Ins Leben gerufen wurde Female Obsession u.a. von der Kunstkritikerin und Kuratorin Ursula Maria Probst 2002 anlässlich einer ersten DJ-Performance im Fluc Wien. Female Obsession gestaltet sich heute als ein offenes Kollektiv in wechselnden Formationen an dessen DJ-Performances spontan KünstlerInnen, MusikerInnen, Kuratorinnen und oder Kritikerinnen teilnehmen.