FERNRAUM

Konzeption: Pia Palme



FERNRAUM verschränkt reale und virtuelle Räume, spielt mit Nähe und Ferne im räumlichen und zeitlichen Sinn, mit Sichtbarkeit und Unsichtbarkeit.

Einzelne Ereignisse werden in einer Fassung zusammengesetzt: Komposition, Improvisation und Radiokunst, Klänge und Texte.

FERNRAUM faltungen

Sa., 12.6., 23:03:

oe1 Kunstradio – Radiokunst

Die Komponistin Pia Palme und Soundinstallateurin Lale Rodgarkia-Dara im Gespräch mit Sylvia Wendrock zu ihren “FERNRAUM faltungen”.

Im Rahmen des Festivals e_may ‘11 für neue und elektronische Musik entstand am 21. Mai ein aus mehreren synchron aufgeführten Teilen bestehendes Werk, Uraufführungen neuer Musik und eine auf Übertragung und Transformation aufbauende Live-Radiokunst-Produktion.

Aufbauend auf das Projekt FERNRAUM bei e_may wird eine Neukonstruktion und Überlagerung von Klang und Text gemixt – in veränderter Besetzung mit dem Medienkünstler und Musiker Thomas Wagensommerer. Er gestaltet eine generative Echtzeit-Klangumgebung, die das Verknüpfen auditiver Information ermöglicht, um so akustische Parameter der ursprünglichen Improvisationen an gewollt “falscher” Stelle zu implementieren. Die analoge Orgelimprovisation wird durch eine digitale Faltung ersetzt. Pia Palme, Lale Rodgarkia-Dara und Thomas Wagensommerer schaffen so in einem zeitlichen Abstand zum Performancetag im Mai eine elektroakustische Aufarbeitung des Materials.

In einem Gespräch mit der Musikwissenschafterin Sylvia Wendrock reflektieren sie über den Verlauf des Projektes: Hat das mit der Einheit von Zeit und Raum wirklich funktioniert, und vor allem für wen? Raum wird nicht genommen, sondern erweitert. Wo beginnt der Raum, und wo endet der Rahmen?

Klaus Lang improvisierte an der Orgel der Benediktinerabtei St. Lambrecht in der Steiermark, Pia Palme improvisierte zeitgleich im KosmosTheater mit Aerofonen und Elektronik. In die gemeinsame Improvisation eingebettet wurde eine Komposition von Palme für Oboe da Caccia Solo uraufgeführt. Lale Rodgarkia-Dara bespielte zeitgleich virtuelle Räume: zunächst ermöglichte sie technisch das örtliche getrennte Duo, weiters überlagerte sie die Musik mit einer Partitur aus literarischen Texten (Nachdichtungen von Texten Sor Juana Inés de la Cruz, gesprochen von zwei SchauspielerInnen) und live-Soundscapes. Eine eigene Radio-Partitur aus der literarischen Ebene in Verbindung mit Konzert und Live-Sounds aus Mexiko formierte sich. Die Radiopartitur speiste sich dabei aus unterschiedlichen dezentralen Audioquellen, was vom klassischen Konzept des Sendestudios als zentralem Produktionsort abwich.

Es entstand ein Spiel mit der Gleichzeitigkeit zwischen den Orten Mexiko, St. Lambrecht, dem KosmosTheater in Wien und dem www-Äther.

Musik: Pia Palme, Thomas Wagensommerer.
Die Nachdichtungen basieren auf Lyrik von Sor Juana Inés de la Cruz, nachgedichtet und arrangiert von Lale Rodgarkia-Dara. Die Originaltexte von Sor Juana Inés de la Cruz wurden mittels Live-Schaltung aus Mexiko ergänzt.
Oboe Da Caccia: Molly McDolan;
Sprecherinnen: Ruth Ranacher, Birgit C. Krammer, Gina Mattiello;
die Sprecher/innen aus Toluca – Mexico waren: David Cosío, Celeste Arias, Carlos Cosío Farfán;
wissenschaftliche Beratung: Sylvia Wendrock.

Konzeption der Sendung:
Pia Palme und Lale Rodgarkia-Dara.
Präsentation: Anna Soucek