11.eopictureNight10+5 4.Juli 2011

Romana Hagyo , Silke Maier-Gamauf, Leonie Lehner: Gehen in…......


„Gehen in .. Bratislava “ Das fortlaufende Projekt „Gehen in .. X “ fand im Sommer 2010 seinen Anfang in Bratislava und wird heuer in Belgrad fortgesetzt werden. Als methodischer Ansatz der jeweils eigenen künstlerischen Forschungsarbeit wird mit Bezug auf die Situationistische Internationale das „Umherschweifen“, das „Dérive“, als „konstruktiv spielerisches Verhalten im urbanen Raum“ angewendet. Die Teilnehmenden befragen nicht nur die Stadt sondern ihre eigene Herkunft, Erwartungen und Blickgewohnheiten. In der Situation des Labors stehen die künstlerische Arbeit und die Herangehensweise zur Diskussion. In Belgrad werden im Rahmen der zehntägigen Arbeitsphase Künstler_innen aus Österreich, Deutschland, Argentinien und Serbien zusammentreffen: Carla Bobadilla, Carla Degenhardt, Romana Hagyo, Maria Hubinger, Leonie Lehner, Michael Lobgesang, Silke Maier-Gamauf, Aleksandar Dimitrijevic, Bojan Jovanovic, Smilja Jovanovic, Milena Putnik.
– Welche (Macht-)Verhältnisse werden etabliert, wenn ein Teil der Gruppe aus einer quasi touristischen Position jene Stadt „erforschen“ möchte, die Lebensraum des anderen Teiles der Gruppe ist?
– Wie kann wechselseitige Bezugnahme und Zusammenarbeit gestaltet werden?
– Wo sind die Grenzen der Verständigungsmöglichkeiten?
– Wie gestaltet sich die Position von KünstlerInnen in einem „Gastland“?
– Lässt es sich vermeiden, die eigenen Vorurteile und die des Publikums zu bestätigen, besonders wenn die Lebensumstände des betreffenden Landes thematisiert werden?
– An welchem Ort in Wien könnten wir das Projekt präsentieren?

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Angela Heide und Lars Schmid lars.schmid@red-park.net Projekt PPiSW


Die Wiener Dramaturgin und Kuratorin Angela Heide und der in Wien lebende Frankfurter Performancekünstler und Theatermacher Lars Schmid stellen in Ihrem Vortrag das im letzten Herbst begonnene Forschungs- und Onlineprojekt PPiSW vor, das sich mit der Geschichte und den Entwicklungen sowie Projekten im Bereich performative Praktiken im Stadtraum Wien beschäftigt. Bereits im November 2010 wurde PPiSW im Rahmen einer mehrteiligen Live-Research-Situation bei unortnung VI vorgestellt, seit Juni 2011 gibt es nun auch die Website www.ppsw.at, auf der erste erfasste Projekte genauer vorgestellt werden. Für die kommenden Monate ist die Weiterarbeit an der Sammlung und Erfassung historischer wie aktueller Projekte geplant.
– Wer kennt Projekte für das Archiv von PPiSW?
– Welche Anforderungen soll das Online-Archiv erfüllen?
– Wie lassen sich Ereignisse dokumentieren/archivieren?
– Wo verläuft die Trennlinie zwischen Performance und anderen Praktiken im Stadtraum?
– Gibt es Entwicklungen, die Wien-spezifisch sind?

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Lars Schmid: Red Park Frankfurt/Wien


In meiner Präsentation geht es um die Arbeit der Performance-Company red park, die in Wien und Frankfurt am Main zu Hause ist und seit 2003 auf den Feldern von Performance und Live-Art arbeitet. 3 der 11 Folien dieser Präsentation dienen der allgemeinen Information, 2 widmen sich den Projekten der vergangenen 2 Jahre, 5 zeigen Bilder des aktuellen Projektes “Institut für Alltagsforschung” und 1 enthält 5 Fragezeichen.
– Wisst Ihr interessante Ziele für Forschungsexpeditionen des Instituts für Alltagsforschung?
– Habt Ihr Ideen für mögliche Forschungsprojekte im Rahmen des Instituts?
– Lust auf Kollaborationen?
– Mit welchen Tools sollte die Forschungsstation des Instituts zusätzlich ausgestattet werden?
– [...]?

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Joachim Eckl Ideenräume – Social Engineering und Kunst


Anhand von 10 realisierten Projekten aus den vergangenen Jahren möchte ich meine Arbeitsweise vorstellen und Einblicke in die Ergebnisse anbieten. Seit über 20 Jahren arbeite ich in unterschiedlichen Rollen in der Welt der Kunst. 1998 habe ich begonnen ein altes Lagerhaus an der großen Mühl als HEIM.ART®- STATION zu bespielen. Sie dient als Bahnhof zum Erden und Abfahren lassen von IDEEN! Wenn eine Idee gelandet und auf fruchtbaren Boden gefallen ist, dann kann sie als Ideenraum kultiviert und konkret eingerichtet werden. Dabei ist Gestaltungsfähigkeit – also Kreativität – gefragt, damit die Idee zur Vision reifen kann. Die Kraft der Vision generiert die Energie zum Handeln. Zugleich bestimmt sie den Wert der Kunst. Mich interessieren Ideen die als geistige Impulse im Sozialen wirken, Felder die Menschen bewegen und gemeinsam “zum Schwärmen” bringen. Die Bewegung der Menschen erzeugt soziale Organismen, die ihre Form durch gemeinsame Bezugspunkte, eine Art Leitbild finden und permanent anpassen . In diesen Schwärmen reift aus der Erfahrung von Verbundenheit die Bedeutung der Kunst. Sie inspiriert, belebt und begeistert. Das Wesentliche der Idee des Kunst-Werks spricht sich dabei im Gemeinsamen aus und wird so zu einem Gemeinwesen!
– Woher kommt die Kunst?
– Wie entsteht die Bedeutung von Kunst?
– Wohin bewegt die Kunst den Menschen?
– Wohin bewegt der Markt die Kunst?
– Kann Kunst freier sein als ihre Produzenten?

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Stefanie Wuschitz Entwicklerinnen interaktiver Kunst durch Open Source Technologie


The De-Othering machine is a device, a coercive structure or microstructure, that acts to channel basic human capacities: perceiving the other, reacting to the other and relating to the other. At the same time it leaves space for tactical phantasies, creative projections and productive misconceptions of who the other might be. The De-Othering machine is a temporary online communication platform with a self-organizing dimension. Urban spaces in two different cities will get connected through two projection screens that display abstracted animal characters. Each character can get synchronized and controlled by one user. This way a passerby can start controlling an animated character, speak in order to give the character a voice, move in order to trigger the character’s movements. It is open to the user if he/she wants to go along with the role suggested by the animation or simply engage in a conversation while encounting a person in a different city. Since the two ani-mated characters on the two screens in two different cities mask the real faces of it’s users, each encounter opens the possibility to new behavioral practices , ‘silly’ games and experiments. In disguise, the two people communi-cating can choose to either improvise a new persona to enact their character or find out more about the person at the other end of the installation.
– Gibt es ähnliche Projekte die ihr kennt oder ausprobiert habt? Was war gut daran, hat funktioniert oder war schlecht?
– Denkt ihr, soziale Netzwerke, die auf diese Art künstlich erzeugt werden, können nachhaltig sein?
– Wie stellt ihr euch die Animation der Avatare vor? Was würdet ihr gern sehen?
– Multi Player oder one-by-one? Soll die Userin alle anderen potentiellen Gesprächspartner sehen können oder nur den über Zufall zugewiesenen?
– Soll es die Möglichkeit geben, über Sprache, Geräusche oder Sounds zu kommunizieren?

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Georg Russegger: übersteuertes unterfordern – warum wir unser leben ständig ändern müssen


In der Präsentation „übersteuertes unterfordern – warum wir unser leben ständig ändern müssen“ geht es um das Paradox der Selbstorganisation in immer komplexer werdenden Lebenswelten. Mit Bezügen
aus meinen Tätigkeitsbereichen als Theoretiker und Autor im Feld der “Anthropologie des Medialen” und praktischen Beispielen aus der Kuratorenposition im Zuge von CODED CULTURES.
– Wie können wir unser Leben ändern?
– Wie können wir uns Organisieren?
– Wie können wir Ziele Kommunizieren?
– Wie lässt sich die Medienwelt nutzen?
– Welche Rolle spielt dabei die Kunst?

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Ines Rebhan Glück: (Über) Liebe schreiben?


„(Über) Liebe schreiben?“ ist ein vom FWF gefördertes, mehrjähriges Forschungs- und Kooperationsprojekt von Historikerinnen aus Salzburg und Wien. Im Zentrum des wissenschaftlichen Interesses stehen Paarbeziehun-gen, Geschlechterpositionen und Liebe im 19. und 20. Jahrhundert – untersucht auf der Basis brieflicher Kom-munikation zwischen Frauen und Männern. Die situative Quelle Brief wird dabei methodisch reflektiert und unter Bezugnahme auf Strategien der qualitativen Inhaltsanalyse sowie auf Ansätze diskursanalytischer Textanalyse befragt: nach Formen der Herstellung und Gestaltung von Beziehungen durch das Medium Brief, nach Prozes-sen der Reproduktion, Modifikation und Neuinterpretation von gesellschaftlichen Beziehungs-, Liebes- und Ge-schlechterkonzepten, nach möglichen Machtverhältnissen und Hierarchien, die sich im Zusammenhang mit den Geschlechterverhältnissen in den Briefen ausdrücken, nach Mechanismen der genderbezogenen Selbstverge-wisserung und Selbstkonstruktion in Interaktion mit dem Gegenüber, sowie nach Spielräumen der Briefschrei-berInnen im Spannungsfeld von Diskurs und Erfahrung.
– Wie hat Ihnen die Präsentation gefallen?
– Was assoziieren Sie mit dem Medium Liebesbrief?
– Welche Bedeutungzuschreibungen verbinden Sie mit dem Medium Liebesbrief?
– Haben Sie oder würden Sie an Ihren Partner/Ihrer Partnerin Liebesbriefe schreiben?
– Wo/Wie sehen Sie den Liebesbrief in der Zukunft?

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Lucas Pawlik: Wissenschaftspoetische Provokationen


Wissenschaftspoesie als öffentliche Privatangelegenheit. Im Zeitalter der Objektivierung und Standardisierung provoziert nichts so wie eine sich selbst nicht verleugnende lebendige Existenz. In meiner Präsentation möchte ich daher mein Buch und die wissenschaftstheoretische Arbeit „Wissenschaftspoesie – eine öffentliche Privatangelegenheit“ vorstellen. Wissenschaftspoesie beschreibt die Einheit von Fakt und Fiktion in der der verantwortungslose Schwachsinn eines objektiven Wissenschaftsverständnisses vollkommen durch eine Weltsicht ersetzt wird, in der ich als Wissenschaftler, als soziales Netzwerk integriertes Individuum Verantwortung für meine eigenes Denken und Handeln und meine Entwicklung als Mensch übernehme. Mich selbst als Beispiel nehmend zeige ich darin aus der Synthese meines wissenschaftlichen und persönlichen Dialoges mit dem Mitbegründer der Kybernetik Heinz von Foerster, wie wir die Wirklichkeit als ein Produkt unseres Träumens und das Träumen als Ausgangspunkt für unsere Gestaltung der Wirklichkeit verstehen können. Ich verstehe darin Evolution als einen Prozess, in den der lebendige Organismus eingebettet ist, als ein sich selbst gestaltendes Gedicht, das seine Umwelt durch ständige Neugestaltung seiner eigenen Lebensform transformiert d.h. regeneriert. Das Buch selbst besteht aus einer Serie von wissenschaftlichen Arbeiten, die als Gedichtband mit einer Fülle von fraktalen Träumen und persönliche Geschichten des Tao verwoben sind und meine eigene Menschwerdung in der Vernetztheit mit meinen wissenschaftlichen Arbeiten, im Fließgleichgewicht von Kampf und Tanz, östlicher Weisheitslehre und westlicher Wissenschaft, Träumen und Erwachen, Wünschen und Werden darstellt.
– In welchem Augenblick deines Lebens warst zu wach genug um zu bemerken, dass Du träumst?
– Kannst du dich an eine Erfahrung erinnern, in der Du Dich durch die Augen eines anderen Menschen wahrgenommen hast?
– Was hast du Vergessen, das, wenn es dir jetzt einfällt, die Art wie du die Welt erlebst verändern würde?
– Wie würde es sich anfühlen mit Nichts glücklich zu sein?
– What’s the point of it all?

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Beate Glück: The Ganesha Projekt


Es wird ein Projekt präsentiert, an dem ich gerade arbeite. Es wird der bisherige Entwicklungsprozess skizziert. Dieses Projekt hat auch zum Ziel, das Prozessuale der künstlerischen Arbeit sichtbar zu machen. Die Präsenta-tion wird als Chance begriffen, über das bisherige Ergebnis mit anderen zu kommunizieren und die Ergebnisse in die weitere Arbeit an dem Projekt einfließen zu lassen.
– Wo hört Information auf und wo beginnt die Entzauberung der eigenen Arbeit?
– Gibt es Dinge, die besser ungesagt blieben?
– Ist es wirklich nicht möglich, Gedachtes ungeschehen zu machen?

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Manfred Rainer: Protest und Stillstand


“Protest und Stillstand” wurde im März 2011 als selbst organisiertes Kunst|Forschungs Projekt von Studierenden der Universität für angewandte Kunst Wien und der Universität Wien ins Leben gerufen. Ein Zusammenschluss von 15 Studierenden unterschiedlicher Fachrichtungen und Universitäten arbeitete zur künstlerischen und wissenschaftlichen Erforschung von momentaner Protestkultur. Die Schwerpunktsetzung verlagerte sich in der Diskussion auf die Thematik der Utopie als Grundlage des Protests und auf Fragen der Protestästhetik. Es ist das zweite Projekt, das wir in dieser Form durchgeführt haben. Das vorläufige Zwischenergebnis dieser Untersuchungen wird noch bis zum 6.7. in der gleichnamigen Ausstellung in der Kranzgasse 24 präsentiert. Nähere Informationen unter www.protestundstillstand.at.
– Ist Utopie die Grundlage jedes Protests – und wenn ja, wie geht man mit dem Problem in einer scheinbar post-utopischen Welt um? (Fragebogen)
– Kann sich jede Protestbewegung neu und frei definieren oder führt die Notwendigkeit der Wiedererken-nung zur permanenten Reproduktion von vorhandener Protestästhetik?
– Welche Problematiken bietet die Schaffung von sozialen Räumen als Plattform der Auseinandersetzung und der selbstständigen Wissensproduktion und wie kann man diesen begegnen? (freie Universitäten, Unabhängige Projekte, fehlendes Engagement, fehlende Ressourcen, etc..)
– Was bedeutet der Anspruch interdisziplinär (künstlerisch – wissenschaftlich) zu arbeiten und wie kann man dem gerecht werden?
– Was kann ein Projekt wie unseres im Feld des Protests erfüllen? (Prozess – Ausstellung)

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Julia Starsky: in 80 fragen um die welt

in 80 fragen um die Welt ist ein Projekt, das von 1.märz bis 25. Juni 2009 auf 3 verschiedenen Modulen in den headquarters der omv realisiert wurde :
1. Monolith : videostele aus 14 lcd monitoren im foyer der omv
2. cube : videostele aus 12 lcd monitoren im 2. foyer der omv
3. intranet : blog im intranet der omv
jeden tag wurde eine frage gestellt eingebettet in einen videoloop von ca. 1 min. die Mitarbeiter konnten im blog die fragen beantworten und diskutieren.
eine kleine Dokumentation des Projektes ist hier zu finden : http://80fragen.starsky-projections.com/
jetzt interessiere ich mich dafür, an dem Projekt weiterzuarbeiten und es in den öffentlichen raum auszuweiten :
# Projektion oder screening im öffentlichen raum: jeden tag wird eine frage gestellt, Passanten und Publikum erhalten die Möglichkeit mittels sms und website mitzudiskutieren, die Kommentare und antworten werden in die Projektion eingespielt
# diskursplattform im netz
# fernsehen: jeden tag zu einer bestimmten Sendezeit eine frage, über eine website kann dann diskutiert werden, Diskursbeiträge werden eingespielt
# film: als schlussprodukt könnte das ganze Projekt in einem film zusammengefasst werden
eine ausweitung des projektes in den öffentlichen raum einerseits
ins fernsehen und ins netz andererseits wird angestrebt :

– wie könnte sich das projekt platz schaffen im öffentlichen raum ?
– welche finanzierungsmöglichkeiten sind denkbar ?
– welche kontexte sind möglich ?
– wer hat kontakte ?
– welche kooperationen und partnerschaften sind möglich ?
– wer würde gerne daran mitarbeiten ? sich beteiligen ?