9. eopictureNight10+5, Mo., 31. Jänner 2011

Sula Zimmerberger, Karin Maria Pfeifer und Maria Hanl flat1

flat1 ist ein Kunstraum in der Schikanedergasse 2 im vierten Bezirk, der seit Januar 2009 – zeitgleich mit den Eröffnungen in der Schleifmühlgasse – wechselnde, thematische Gruppenausstellungen zeigt. Der Schwerpunkt von flat1 liegt in der Präsentation zeitgenössischer bildender Kunst. Interdisziplinäres in Richtung Musik, Film, Performances bildet ein Zusatzprogramm, das ständig erweitert wird.
Ein Hauptanliegen dieses Kunstraumes ist die Förderung des Austauschs zwischen inter/nationalen KünstlerInnen und das Schaffen von Netzwerken abseits des kommerziell ausgerichteten Galerienbetriebs.
Das Programm von flat1 wird von einem Team bildender Künstlerinnen gestaltet, die durch ihre kuratorische Tätigkeit das Spektrum ihres künstlerischen Tuns erweitern.
– Zukunftsperspektiven – wie lange macht es Sinn einen Offspace zu betreiben?
– Was macht es für KünstlerInnen interessant in einem Offspace auszustellen?
– Was leistet die Offspaceszene für den Kunst/Kulturstandort Wien? Welches Bild wird durch die Vitalität der Szene nach außen transportiert ?
– Welcher Mehrwert kann daraus entstehen sich mit ausländischen Offspaces zu vernetzen und zusammenzu-arbeiten? Was könnte eine Vernetzung der Szenen bringen? Woran scheitern Vernetzungsversuche?
– Stärkt oder schwächt es die eigene Position als Künstlerin? Sollte man Grenzen zwischen kuratorischer und eigener künstlerischer Arbeit ziehen?

Ilse Kilic und Fritz Widhalm das fröhliche wohnzimmer

Das fröhliche Wohnzimmer zeigt das Fröhliche Wohnzimmer – listig programmatisch chaotisch geordnet experimente/basteleien/formen/strukturen – von seiner Entstehung 1981 bis zum Jahr 2011. Das fröhliche Wohnzimmer begann als Musikgruppe (Punk, wenn es keinen Strom mehr gibt), verwickelte sich zum Klein(st)verlag, zur Filmrevue, zur Produktionsgemeinschaft. Bisher erschienen 95 Bücher von ca. 40 ver-schiedenen AutorInnen, seit 2006 Sammelbände zu verschiedenen Themen zuletzt „Selbstbeschreibungen“, 48 Folgen der Wohnzimmerfilmrevue für oktoTV, und seit 2006 bestehen „Wohnzimmergalerie und Glücksschwein-museum“.
Das fröhliche Wohnzimmer sucht das private Glück als politische Größe und begeistert sich für Frieden, Freuden, Umverteilung.
– Was bedeutet „Do it yourself“ für dich?
– Wie stehst du zu Copy Right und Copy Left?
– Hat die Kunst eine Aufgabe – oder gar mehrere?
– Woher kennst du den Satz „These Machine kills Fascists“ und was assoziierst du damit?
– Gibt es schlechte Kunst und wie „wichtig“ ist sie?

Sabine Groschup “Irgendwo muß es ja raus!...”

Kunst/Film/Literatur, “...das Kreative!” VogelZeitRaum – Space(s) for Bird Time/a view of ears/Elu Mondria
Ein Projekt – Kunst – geht seinen Weg (VogelZeitRaum – Space(s) for Bird Time)
Ein Projekt – Film – steht seit Jahren in den “Startlöchern” (a view of ears)
Ein Projekt – Literatur –ist im Entstehen (Elu Mondria)
– Allgemein: “Gehirn-Switchen” – Crossover oder Parallelwelten?
– Kunst: Zunehmende “Workload” wie bei allen anderen Berufen?
– Film: “Gnadenlos” – Der Druck des Geldes?
– Literatur: Der große “Zwiespalt”: Das einsame Schaffen und das öffentliche Präsentieren?
– Und: Führt der Weg aller Kunstsparten in Richtung “Event-Kunst”?

Andreas muk Haider skia – hyperaktive Rauminstallation

Ich präsentiere meine Diplomarbeit “skia” – eine interaktive Rauminstallation. Kurzbeschreibung/Dramaturgie:
Bewegt sich eine Person in den Raum wird sie von einer Infrarotkamera erfasst, deren Bild von einem Computer verarbeitet wird. Das manipulierte Bild wird als künstlicher Schatten von einem Videoprojektor wieder am Boden vor die Person projiziert.
Selbst wenn die Person erkennt, dass es sich um eine Installation und somit um einen Trick handelt, kann sie sich mit ihrem eigenen Schatten identifizieren, da ihr dieser in Raum und Bewegung nahtlos folgt. Nachdem die Person mit dem Schatten kurz interagiert hat, hört dieser jedoch auf ihr zu folgen und verwandelt sich in einem Moment des Stillstands in einen fremden Schatten. Befinden sich mehr Personen in dem Raum wechseln die Schatten untereinander ihre Besitzer.
– Wann haben Sie Ihren Schatten das letzte mal bewusst wahrgenommen?
– Wie wirkt es sich auf unsere Selbstwahrnehmung aus, wenn sich plötzlich der eigene Schatten von uns löst und ein fremdes Wesen entwickelt?
– Wie reagieren wir wenn wir unseren Schatten plötzlich an einer fremden Person wieder finden und den der fremden Person anstelle unseres eigenen?
– Was hat ein solch rätselhafter, launischer Schatten mit den multiplen Identitäten des postmodernen Ichs ge-meinsam?
– Welche Gestalt hat unser digitaler Schatten und wie bewusst sind wir uns seiner Gegenwart?

Alexandra Reill #WB: quoting Walter Benjamin – eine interaktive performance

#WB: quoting Walter Benjamin ist eine interaktive Inszenierung, die als Co-Produktion von kanonmedia und dem Jüdischen Theater Austria 2010 stattfand. Gleichberechtigt mit den analog-digital agierenden ModeratorInnen und Dokumentatorinnen Mustapha Alic, Karin Gruber, Agnes Peschta, Alexandra Reill, Joe Remick, Warren Rosenzweig, Lisa Sperber, starsky, Klaus Tauber und Charlotte Zott aka Sari reflektierten die anwesenden Gäste Entwicklungsmöglichkeiten von Demokratie im Kontext von Informationszeitalter, Globalisierung, Marxismus, Kapitalismus, Wirtschaftskrisen und Corporate Social Responsibilities und stellten so in einem Reality TV-Format den Angelus Novus Walter Benjamins her – jenen Moment, in dem Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zusammenfallen. Fotos: Sascha Osaka, Lisa Sperber. Die experimentelle Produktion soll 2011 neu aufgenommen werden.
– Kann Zukunft ohne das Wissen um Vergangenes hergestellt werden?
– Kann zeitgenössische Kunst Vergangenheit reflektieren, ohne dabei historisch zu agieren?
– Kann Dokumentation künstlerisch sein?
– Kann Kunst Gegenwart erzeugen?
– Darf Kunst politisch agieren?

Mizzi Schnyder WINOPOLY. winshop: Wien



WINOPOLY 4 beta life – ist eine 24-stündige Gameshow. Grundlage bietet die Idee von Monopoly. Das Publikum kann sich im Rahmen dieser neu erfundenen Version am Spielgeschehen beteiligen. In WINOPOLY geht es um das “Konsumgut” Kultur und die Frage nach den ökonomischen Bedingungen von kultureller bzw. künstlerischer Produktion.
– Inwieweit ist Kultur bedingt durch Geld?
– Wieviel ist welche Kultur wert?
– Was kostet Öffentlichkeit?
– Inwiefern ist Geld ein Steuermedium?
– Wieviel kostet eop?

Silke Maier-Gamauf TON_BILDER

In meinen Arbeiten thematisiere ich Prozesse der Wahrnehmung. Der Aktionsradius ist dabei vorrangig malerisch und zugleich medienübergreifend. Durch die Verschmelzung visueller und akustischer Stimuli tauchen die BetrachterInnen in einen synästhetischen Erfahrungsraum, in dem nicht nur die Bildwirklichkeit, sondern auch die Erfahrungswelt des Rezipienten erweitert scheint. Die Aufmerksamkeit verschiebt sich vom Sehen zum Hören und wieder zurück. Im Projekt nomad field wird das Unsichtbare durch die Digitalisierung in eine abstrakte grafische Form gefasst. Für down by the riversight wurde das Bild zur Basis der Toninstallation – somit „tonangebend“. Das Gehörte wird Faszination. Anschauen – hinhören – wegschauen – eintauchen in ein anderes Leitsystem mit sofortiger Wirkung.
– Fast jeder Mensch kann gleichzeitig hören und sehen. Ist die Konzentration auf beide Sinne wirklich gleich stark? Oder entscheidet man sich bewusst oder unbewusst sich auf das Sehen oder das Hören vermehrt zu konzentrieren?
– Machen Sie die Augen zu um besser oder intensiver zu hören? In wie weit verändert sich dadurch die Qualität des Hörens?
– Kennen Sie „moderne Nomaden“, die öfter den Wohnort des Arbeitsplatzes wegen wechseln oder (gewechselt haben)? Würden Sie sich selbst zu dieser Gruppe von Beschäftigten zählen?
– Habe ich in „down by the riversight“, indem ich die Perspektive der Touristin zitiert habe, ein Klischee bedient oder ist es mir gelungen, den touristischen Blickwinkel ein Stück zu verschieben? (Ist Distanz eine Verweigerung der Auseinandersetzung?)
– Wer weiß einen guten! Ausstellungsort in Wien oder Bratislava für das Projekt „gehen in .. Bratislava“. (Waren Sie schon mal in Bratislava? Haben Sie das schon erlebt?)

Bernhard Gál Solo. Klang- und Lichtwahrnehmungsstationen im öffentlichen Raum

4 modifizierte Telefonzellen, Neonröhren, Sensoren, Zeituhren, Farb- und Transparenzfolien, Audiosystem
Bernhard Gáls intermediale Installation solo basiert auf gebrauchten Telefonzellen, welche zu Hör- und Sehstationen umgebaut wurden und in Beziehung zu dem Aufführungsort jeweils in neuen Konstellationen präsentiert werden. Bernhard Gál bezieht sich mit dem Titel solo auf die Wahrnehmung des Einzelnen, es geht um die Schaffung eines intimen monochromen Hör- und Sehraumes. Vier modifizierte Telefonzellen werden zu Wahrnehmungsstationen, in welchen man – weitgehend unbeeinflusst von der Außenwelt und den Reaktionen anderer – mit sich selbst und seiner eigenen Wahrnehmung konfrontiert ist. Jeder Telefonzelle ist eine Farbe zugeordnet, für die Lichträume rot, blau, grün und violett hat Gál korrespondierende Kompositionen entwickelt. In jeder Telefonzelle ist eine individuelle Klangkomposition zu hören, in welcher neben einer Verklanglichung der jeweiligen Lichtfarbe konkrete Klangmaterialien aus Gáls Klangarchiv (soundscapes, Stimmen, Instrumentalklänge) miteinander verwoben und in Beziehung zur jeweiligen örtlichen und klanglichen Umgebung gesetzt werden.
– Wie hat Euch die präsentierte Arbeit gefallen?
– Wer hat (keine) Angst vor Klangkunst?
– Was kann, soll und darf Kunst im Öffentlichen Raum?
– Wie klingt rot, grün, blau und violett?
– Gibt es sonst noch Fragen?

Barbara Höller my rag your rag – ein projekt

Als interaktives Kunstprojekt mir “echten” Kunstobjekten stellt MY RAG YOUR RAG eine Art künstlerischen Kettenbrief dar, der die teilnehmenden Personen zu Handlung, Organisation und Dokumentation aufruft. Die Verbindung von soziologischen Fragen (Kommunikation, Aktion, Verortung) und kunstimmanenten Themen (Markt, Tauschwert) kann spielerisch durchtestet werden.
– warum bin ich nicht reich und berühmt?
– Wer hat Interesse an der Teilnahme als VP (= Vertrauenswürdige Person)?
– Wer hat Ideen und Ratschläge zur Umsetzung dieses künstlerischen Kettenbriefs?
– Ist dieses Projekt Kunst?
– Wer kann und will kunsttheoretischen, soziologischen oder organisatorischen Support leisten?

Veronika Persché KNIT FOR ART

Meine Arbeit als Textildesignerin besteht im Entwerfen von Stoffen und textilen Objekten und deren Umsetzung auf der computergesteuerten Strickmaschine. Die Stricktechnik ermöglicht erstaunliche Effekte und ist sowohl für Modeschaffende als auch für bildende KünstlerInnen interessant. Ich habe diese Technik für mich entdeckt und versuche, diese in verschiedensten Anwendungen weiterzuentwickeln.
– Welche Ideen tauchen auf beim Nachdenken über die Stricktechnik, welche Anwendungen wären noch denkbar?
– Wie bzw. wo könnte ich PartnerInnen finden, um gemeinsame Projekte zu realisieren?
– Was – sei es Objekt, Installation, Produkt, Performatives… etc. wäre noch denkbar aus Strick?
– Wieweit ist es möglich, die technischen Möglichkeiten der Maschinen und der Software weiterzuentwickeln? Wer könnte dabei mithelfen?
– Welche neuen Materialien fallen euch ein, um damit auf der Strickmaschine zu experimentieren?

Petra Unger Feminismus arbeiten

In der Präsentation geht es um meine verschiedenen Arbeitsfelder mit dem Thema „Feminismus“
– Welche Bedeutung haben Begriffe wie „Emanzipation“, „Gleichberechtigung“, „Feminismus“ heute noch?
– Wie kann Feminismus noch vermittelt werden?
– Wie lassen sich Menschen zu politischem Handeln motivieren?
– Sind Demonstrationen heute noch politisch sinnvoll?
– Wie können wir möglichst viele Menschen für die Demonstration am 19.März 2011 mobilisieren?

Agnes Peschta und Willi Hejda Platz da !?

PLATZ DA !? ist eine offene/partizipative Kampagne unterschiedlicher Initiativen, Gruppen und Personen mit dem Ziel die Themen Freiraum, Öffentlicher Raum, Leerstand, soziale Normierung und Gentrifizierung verstärkt in den Fokus der Stadtbevölkerung Wiens zu bringen. Das Bündnis PLATZ DA!? möchte sich bei eopicture night einerseits präsentieren um neue Interessierte anzusprechen, andererseits scheint es notwendig der bestehenden Gruppe neue Impulse zu geben, die ein energisches, kraftvolles und zielgerichtetes Auftreten möglich machen, bzw. unterstützen. Ziele und Inhalte des Bündnisses sind nach wie vor wichtige Themen von Großstädten und deren BewohnerInnen, und damit auch von Wien und den WienerInnen – z.B. die zugesagte Gründung einer Leerstandsagentur.
– Welche Initiativen in Wien kennt ihr die ähnliche Ziele, bzw. Interessen haben?
– Wie können Kräfte zum Thema öffentlicher Raum gebündelt werden?
– Welche Strategien gibt es um langfristiges Arbeiten bei hoher Beteiligung zu ermöglichen?
– Ist es sinnvoll, bzw. überhaupt möglich, Bündnisse zu lenken?
– Würdest du dich an so einer Kampagne beteiligen? Wenn nein, warum nicht?