8. eopictureNight10+5, Montag, 4.10.2010

Christiane Spatt: Vom Patscherkofel zum Fujiyama – Projekte 2010
In der eop picture night zeige ich zwei meiner Ausstellungsprojekte 2010, in denen ich Arbeiten, die sich mit meiner kulturellen Identität, meinen Tiroler Wurzeln beschäftigen, an vollkommen konträren Orten präsentiert habe: In der Galerie Kobochika in Tokyo 1.4. bis 24.4.2010 und im Stadtarchiv in Innsbruck 21.4. bis 28.5. 2010. Also einerseits im Kontext zu einer anderen Kultur, andrerseits an einem Ort, der sich mit Tiroler Geschichte beschäftigt. Für mich waren beide Orte auf unterschiedliche Weise fremd, die Reaktion des Publikums bereichernd und inspirierend.
– Mich interessiert, was könnten im Kunstkontext „fremde Orte“ sein?
– Was macht den Reiz für den/die KünstlerIn aus?
– Was macht den Reiz für den/die AusstellerIn aus?
– Nach welchen Kriterien könnte die Auswahl des Ortes getroffen werden?
– Was macht einen Ausstellungsort interessant?

Malte Fiala: gnovi
gnovi bringt unbewusste textuelle Assoziationsketten auf spielerische Weise ans Tageslicht. UserInnen sollen dadurch erfahren können, welche Bedeutung einzelne Worte für sie haben.
– Welche Bedeutung haben textuelle Inhalte für euch?
– Inwieweit darf eine Darstellung verspielt sein, wenn sich das Projekt allgemein doch mit “reifen” Inhalten beschäftigt?
– Welche Zielgruppen könnte dieses Projekt ansprechen?
– Was wären eure Motivationen, gnovi über einen längeren Zeitraum hinweg (mehrere Jahre) zu verwenden?
– Wo seht ihr Potential aber auch Grenzen des Projekts?

Fiona Rukschcio Fiona-Projekt
Das Fiona-Projekt ist weniger selbstzentriert, als der Name suggeriert. Namensfetischismus, Suche nach Wurzeln, nach Gemeinsamkeiten mit anderen Frauen desselben Vornamens. Herauskommen soll ein Buch. Zumindest eine Ausstellung.
– Wer kennt eine Fiona?
– Gibt es Ideen wie das Projekt finanzierbar ist?
– Würden Sie Ihre Tochter Fiona nennen?
– Haben Sie Fragen, Vorschläge, Anregungen, Kritik an mich?
– Wie ist Ihr Bezug zu Ihrem Namen?

Julia Landsiedl: Von relativ seriösen Projekten und Objekten Vorgestellt werden drei unterschiedliche Beispiele aus der Design-Praxis, die eines teilen: ihr Ausgangspunkt sind Menschen – ihre Geschichten, Vorlieben und Verhaltensmuster. Gleichzeitig wird die Frage aufgeworfen, warum der Begriff “Design” in Österreich so eng gefasst wird.
– Was verstehen Sie unter Design?
– Warum wird der Begriff im deutschsprachigen Raum so eng gefasst?
– Darf man heute als Designer noch einfach schöne Sachen machen?
– Was sollten Designer stattdessen tun?
– Dürfen Normalverbraucher ab und zu über Ihre Arbeit lachen?

Jane Tingley: New Media and Objecthood http://vimeo.com/janetingley & http://www.possiblemovements.com/index.php/people/2
Jane Tingley will talk about her responsive installations and sculptural work since 2005 and will introduce the work she is doing at the Paraflows Residency at the Museumsquarter.
– Often the discussion about New Media practise begins and ends with media, performance, video, video
installation, and the digital in art (photo – digital sculpture). However more and more object makers are
combining new media with sculpture, and are making responsive installations. I’d like to know why there isn’t
more discussion around this type of work. (Any ideas ?)
– Does anyone have any names of artists, who work with objects, new media, and installation?
– What role does good programming play in the quality of responsive environments?
– Do you have any comments or suggestions about the work I am proposing?
– Are there any artists, or literature that you feel I should take a look at?

Gertrude Moser-Wagner und Claudia Mongini: Hallo Irrgast

Wissenschaft und Kunst können einander beflügeln und auf neue Themen und produktive Formen bringen, die in den einzelnen Disziplinen so nicht möglich gewesen wären. Das Symposium möchte durch Beteiligung von Mitwirkenden aus beiden Bereichen Beispiele und Notwendigkeit von Fusionen aufzeigen, wobei es den Begriff des Irrgastes (ein verflogener Vogel) als Analogie dafür ausborgt und positiv konnotiert. Irrgast ist vor allem ein vogelkundlicher Fachbegriff. Vögel erscheinen gelegentlich in Arealen, die weit von ihren Zugwegen entfernt sind (vermutlich durch meteorologische Einflüsse wie Stürme, aber auch infolge genetischer Ursachen)
– Wie können Fusionen zwischen wissenschaftlichen und künstlerischen Disziplinen aufgegriffen werden?
– Was für eine Perspektive auf diese interdisziplinäre Fragestellung kann erreicht werden, wenn der Blickwinkel des Irrgastes eingenommen wird?
– Wie kann die Untersuchung der Verhaltensweise von Zugvögeln in Beziehung mit komplexeren ökologischen, meterologischen und geologischen Fragestellungen gebracht werden?
– Wie kann der Einblick in solche Beziehungen die künstlerische Produktion beeinflussen? Und umgekehrt, was kann ästhetische Produktion zu dieser Fragestellung beitragen?
– Welche politischen Folgen kann dieser Problemkomplex eröffnen?

Martina Schönherr: Daktylophon
Daktylophon ist eine interaktive Installation zur akustischen Selbstwahrnehmung. Das Höhenprofil einer Fingerkuppe wird mit einem Plattenspieler-Tonarm abgetastet und sonifiziert. Die Fingerspitze fungiert dabei sowohl als individueller Informationsträger wie auch als sensibler taktiler Decoder. Die zeitgleiche akustische Repräsentation der Haut-Struktur erlaubt Sinneseindrücke, die der unmittelbaren Wahrnehmung so nicht zugänglich sind. Als Kontrapunkt zur „Diktatur“ des Auges und der Bilder postuliert Daktylophon eine „Besinnung“ auf das Hören und Fühlen.
– Welche Assoziationen weckt der Sound?
– Welchen Mehrwert hätte eine Speicherung/Überlagerung/ Neuarrangement der Sounds?
– Warum wird das Daktylophon oft als biometrischer Scanner interpretiert? Warum wird der Fingerabdruck so schnell mit einem Sicherheitsthema verknüpft?
– Daktylophon als Masseninstallation?
– Daktylophon zur Sensibilisierung der Sinne?

Thomas Wagensommerer: spatial mean
spatial mean ist eine audiovisuelle, ortsbezogene Auseinandersetzung mit der Unmöglichkeit zur Objektivierung von räumlichen Eindrücken. Eine universell gültige Beschreibung eines Raumes ist nicht und niemals möglich, da die Sinnesorgane lediglich ein höchst subjektives Abbild wahrnehmen lassen und weitergehend jene dies nur in einem (örtlich gesehen) relativ engen Ausschnitt passieren lassen. spatial mean greift nun audiovisuell diese Gegebenheiten auf und versucht durch das Mitteln von möglichst vielen subjektiven Eindrücken einen (interpolierenden) objektiven zu machen.
– Wie “starr” darf / muss ein Konzept sein?
– Wie sehr muss ich mich an mein Konzept halten?
– Ist der subjektive Ausdruck des/der Kunstschaffenden oder das Festhalten am Konzeptionellen von höherem Wert?
– Wie viel Ästhetik benötigt meine Theorie?
– Ist die Konzeption nicht oft nur eine Bedienungsanleitung? Eventuell sogar nur eine erklärende Ausflucht?

Maria Fößl: À bientôt
Text und Videoausschnitte der Arbeit À bientôt sind verschiedenen Sprachlehrbehelfen entnommen und beziehen sich unmittelbar auf Fragen der Wahrnehmung und des Denkens, beide sprachlich verfasst. Die einzelnen Elemente, vor allem die Zeichnungen, beziehen sich ursprünglich auf ein literarisches Beispiel der Reflexion künstlerischer Produktion an sich, mit der Abstraktion von Wahrnehmung und der daraus resultierenden Möglichkeit neuerlicher Beschreibung. Daraus war die Absicht entstanden, ein Lehrbuch einer lange erlernten Sprache von hinten nach vorne zu lesen, langsam Grammatik und Vokabular zu reduzieren bis nur noch kurze dialogische Formen möglich sind. Beinahe humoristische Qualität des Textes, zeitliche Struktur durch die Zeichnungen, modellhafte Wirklichkeit des Videos können an immer neuen Orten adaptiert werden.
– Warum steht der Esel auf dem Kopf?
– Wie verhalten sich Zeichnungen und Video zum Text?
– Hätte ich dieselbe Arbeit mit einem Englischlehrbuch gemacht?
– Welche Rezeptionsgewohnheiten ruft À bientôt auf?
– In welchen nicht von mir erwähnten Ausstellungs- und Publikationskontexten ist die Arbeit vorstellbar?