Brücken für den Frieden – Raisons d’agir. Mitarbeiten am Aufbau der Zivilgesellschaft

Übersicht über die Veranstaltungen im Rahmen des Projekts „HANDLUNGSBEDARF“ Jänner – März 2001

Im Selbstverständnis als gesellschaftliches Labor zur Entwicklung horizontaler Strukturen wurde eine Kooperation mit Pierre Bourdieus europäischem Diskursprojekt „Raisons d’agir“ unter dem Titel “Brücken für den Frieden – Projekt Handlungsbedarf” vereinbart.

Um effizienter auftreten und Medieninteresse aktivieren zu können, aber auch, um die Kräfte der einzelnen nicht zu erschöpfen versuchte ich, eine Koordination der einzelnen “Knoten” des zivilgesellschaftlichen Netzwerks bei Wahrung ihrer Eigenständigkeit in Gang zu bringen. Dazu regte ich an, dass im Rahmen des Projekts HANDLUNGSBEDARF verschiedene Gruppen die Politischen Samstagnachmittage abwechselnd oder auch gemeinsam gestalten.

Fr., 5. Jan. 2001, 18 h
„Depot“, 1070 Wien, Museumsplatz 1

Vorbereitungsgespräch für die Demonstration am 3.Feb. „1 Jahr Regierung – 1 Jahr Widerstand”. Eingeladen sind dazu alle Einzelpersonen und Gruppen, die sich im Widerstand zu dieser Regierung verstehen. Menschen aus der Gruppe mit dem Arbeitstitel „Argumente“ haben sich getroffen und die regelmäßige Erarbeitung von Gegenargumenten zum Schwarz-blauen Alltagsdiskurs beschlossen. Man einigte sich auf den Gruppennamen ARGE® WIDERSPRUCH und es wurde ein Arbeitskonzept in groben Zügen entworfen. Die nächste Sitzung von ARGE® WIDERSPRUCH findet im „Depot“ im Anschluß an das Demo-Vorbereitungsgespräch statt. Engagierte Bürger, die sich für die Argumentation mit Kronenzeitungslesern fit machen wollen, sind dazu herzlich eingeladen.

Sa., 13. Jan. 2001, 16 h
Cafe Korb, 1010 Wien, Brandstätte 9

1. Wiener Philosophen Cafe „Globalisierung – was ist das?“
Das 1. Wiener Philosophen Cafe ist ein von einigen Professoren der Univ. Wien bzw. Univ. f. Angew. Kunst initiierter offener Gesprächskreis ohne politische Zielsetzung nach Pariser Vorbild. Nachdem das Thema dieses Samstags jedoch ein Kernthema von „Brücken – Raisons d’agir“ sowie von ATTAC ist, scheint ein Besuch dieser Veranstaltung und das Einbringen unserer Vorstellungen sinnvoll.

Sa., 20. Jan. 2001, 10 h -18 h
ATTAC-Kreativtag im Bildhaueratelier von Oliver Roman am Rande Wiens

Das neoliberale System verschärft die ökologische Krise, verhindert gerechte Einkommensverteilung, zerstört Solidarität und demokratische Strukturen, lokale Ökonomien und Kulturen, konzentriert die Gewinne auf wenige Akteure und verschiebt die Macht zu den “Global Players” auf den internationalen Finanzmärkten. ATTAC Österreich ist der nationale Zweig einer internationalen Bewegung zur demokratischen Kontrolle der Finanzmärkte. ATTTAC fordert Handlungsspielräume für die Wirtschaftspolitik, um eine global nachhaltige Entwicklung zu ermöglichen, in deren Zentrum gerechte Verteilung steht. An diesem Kreativtag wollen wir Ideen für zukünftige Aktionen, Veranstaltungen, Vernetzung, Fundraising und sonstige Aktivitäten entwickeln.

Sa., 27. Jan. 2001, 14 h – 18 h
„Depot”, 1070 Wien, Museumsplatz 1

Präsentation „imagINe Austria”. ImagINe Austria ist ein Projekt von politisch engagierten Menschen, denen nicht nur daran liegt, demokratische Grundrechte zu verteidigen, sondern die demokratische Kultur in Österreich weiter zu entwickeln, in dem das Zukunftsbild einer aktiven Demokratie unter breiter Beteiligung möglichst vieler Menschen geschaffen wird. ImagINe Austria plant eine österreichweite Kampagne von Befragungen, an der sich jede/r beteiligen kann.

Sa., 3. Feb. 2001, 14 h
Demonstration „1 Jahr Regierung = 1 Jahr Widerstand”

Die Befürchtungen bezüglich der Politik der schwarz-blauen Regierung wurden weit übertroffen: Umverteilung von unten nach oben, Beeinträchtigung der Meinungsfreiheit, Angriffe auf Ermittlungsorgane, massiver Rückschritt in der Frauenpolitik, Bildungsabbau, Forcierung eines Natobeitritts…. Zahlreiche Initiativen und Organisationen rufen nach einem Jahr dieser Regierung zu einer Demonstration auf: Treffpunkt 14 Uhr Westbahnhof, vorgesehene Route: Mariahilferstraße – 2er Linie – Landesgerichtsstraße – Rossauer Lände. Die Demonstration wird angemeldet.
18 h Kundgebung am Ballhausplatz. Programm: Drahdiwaberl, Gojim, Performing Resistance u.v.a. Moderation: Willi Resetarits

Sa., 10. Feb. 2001, 14 h – 18 h
„Depot”, 1070 Wien, Museumsplatz 1

Offene Widerstandsdiskussion. Eingeladen sind alle Einzelpersonen u. Vertreter von Gruppen, die sich im Widerstand bzw. kritisch zu dieser Art von Regierung verstehen. Zeit, die Inhalte zu diskutieren: Was wollen wir? Wie kriegen wir es? Was brauchen wir dafür?

Sa., 17. Feb. 2001, 14 h – 18 h
„Depot”, 1070 Wien, Museumsplatz 1

„Leben als Migrantin in Wien”
• Wie leben Migrantinnen in Wien?
• Welche Probleme haben sie?
• Was können wir tun?
• Wie können wir in Informationsaustausch mit Migrantinnenvertretungen kommen?
Guel Ayse Basari/Orient Express, Vlatka Frketic/LEFOE, Hikmet Kayahan/TschuschenPower, Karin Schneider/„Alltag & Geschichte“ Forschungskooperative Populärkultur, Martin Wagner/ ZARA u.a. diskutieren Lösungsansätze

Sa., 24. Feb. 2001, 14 h – 18 h
„Depot”, 1070 Wien, Museumsplatz 1
„Der Handymast am Dach paßt Ihnen nicht? Dann ziehen Sie halt woanders hin….” Was aber, wenn Sie feststellen müssen: Flüchten sinnlos…? Die Anrainer der geplanten GSM-Sendeanlage in der Petraschgasse 3 haben nicht resigniert. Als „Initiative Petraschgasse“ erreichten sie eine vorläufige Abtragung der montierten Senderteile. Zivilgesellschaft entwickelt sich im konkreten Alltag und hat Chancen – auch gegen so mächtige Interessen wie jener der Mobilkommunikationsunternehmen. Wie verhalten sich die politischen Entscheidungsträger? Wer trägt wofür die Verantwortung?Am Beispiel dieser Initiative wollen die Betroffenen nun mit Interessierten und mit Experten
• Erfahrungen auswerten
• die direkte Vernetzung der Wiener GSM-Initiativen vorantreiben
• Strategien für das weitere Vorgehen entwickeln
• ein Aktionsprogramm für die Wiener Wahlen erstellen
Podiums-/Publikumsdiskussion mit VertreterInnen der Initiative Petraschgasse, Eva Marsalek / Plattform GSM-Initiativen, Dr. Brezansky / Wr. Umweltanwaltschaft, Moderation: Helmut Waldert

*Samstag, 3. März 2001, 14.00 – 18.00+
„Depot“ im Museumsquartier, Wien 7, Museumspl.1

Frauen ändern die Lage
• Wie ist die Lage der Frau in der neoliberalen Gesellschaft?
• Welche Zielvorstellung haben wir?
• Was kann, was muß dazu geändert werden?
• Welche Strategien haben sich bewährt, welche neuen Strategien sind denkbar?
• Welche konkreten Projekte gibt es?
Ein Gespräch mit Heidi Ambrosch / KPÖ, Eva Brenner / Projekt Theater Studio, Brigitta Fritz / Women Art Connection, Evamaria Glatz / ATTAC Frauengruppe, Angelika Hofmann / Projekt Frauenstreik, Anna Meyer / Künstlerin, Esther Stocker, Künstlerin, Barbara Klein / Kosmos Frauenraum, Monika Vana / Die Grünen, einer Vertreterin des Feministischen Widerstandsrats.
Moderation: Gabriele Michalitsch / Wirtschaftsuniversität

Sa., 10. März 2001, 14 h – 18 h
„Depot”, 1070 Wien, Museumsplatz 1

Gesamtösterr. Konferenz der Neutralitätsbewegung Informationen Personenkomitee “Volksbefragung Neutralität JA – Nato NEIN” bei Thomas Walter Tel. 408 5332; Herbert Peherstorfer, Mobiltel 0699 / 133 156 30
• Allgemeine Debatte: Begriffsklärung: Neutralität und Neutralitätspolitik, was verstehen wir darunter. Neue sicherheitspolitische Doktrin, “Bündnisfreiheit” vs. Neutralität,.....
• Stärkung von Argumenten und Begründungen in der öffentlichen Meinung:ein Argumentationsleitfaden” für Neutralität/Neutralitätspolitik sollte entwickelt werden, der in öffentlichen Debatten verwendet werden kann.
• Aktionswoche um den 15. Mai
• Protest gegen die Militarisierung der EU

Sa., 17. März 2001, 14 h – 18 h
„Depot”, 1070 Wien, Museumsplatz 1

Veranstaltung zur Einleitung einer Kampagne ”ÖSTER – REICH FÜR ALLE GLEICH” für eine längerfristigen Bewegung mit Bündelung der Kräfte für Grundsicherung, gleiche Rechte (Wahlrecht etc) im Sinne der Menschenrechte und auch Modellen der Finanzierung dieser Realisierung. Proponenten: Leo Gabriel/Euromarsch, Michael Genner/Asyl in Not, Armutskonferenz, Widerstandstage Kärnten, Walter Schütz/ATTAC, Irmela Steinert/“Brücken für den Frieden – raisons d’agir”, Willi Stelzhammer/SOS Mitmensch u.a. Armut und Ungleicheit sind kein selbstverschuldetes Privatschicksal, keine unvermeidbare Summe von Einzelfällen. Sie sind wirtschaftlich und gesellschaftlich verursacht und daher politisch vermeidbar.
Wir wollen eine Reform der Verfassung, einen grundlegenden Neubeginn. Drei Themen greifen wir dabei heraus, um sie zur Diskussion zu stellen:
• 1. Änderung des Artikel 7 der österreichischen Bundesverfassung: Bisher: “Alle Staatsbürger sind vor dem Gesetz gleich. Änderung: “Alle Menschen, die in Österreich leben, sind vor dem Gesetz gleich.”
• 2. Soziale Absicherung aller ist ein Menschenrecht.
• 3. Steuergerechtigkeit für alle Einkommensarten.
Michael Genner, Asyl in Not, Veronika Litschel, Koordinatorin der Armutskonferenz, Bernhard Obermayr, ATTAC, Willi Stelzhammer, SOS Mitmensch
Moderation: Leo Gabriel, Journalist

Informationen:
Tel. (01) 586 23 45, Helga Köcher, Operngasse 20A/7, 1040 Wien
E-Mail: helga.koecher@chello.at
HP: www.rassismus.at/bruecken
Telefontonbanddienst: (01) 532 40 56