das bessere leben – Ilse Chlan und Margret Kohler-Heilingsetzer
Ausstellungsdauer: 18. März bis 14. April 2010
Ausstellungsort: Galerie Oberösterreichischer Kunstverein im Ursulinenhof im OÖ Kulturquartier
Landstraße 31, A – 4020 Linz,
T/F +43(0)732 79 53 55
www.ooekunstverein.at
Geöffnet: Montag – Freitag 15 – 19 Uhr, feiertags geschlossen.
Durch unterschiedliche Zugänge sind die Künstlerinnen Margret Kohler-Heilingsetzer und Ilse Chlan auf das Thema Schiff gekommen.
Ilse Chlans „kontinuum“ schließt an eine Serie von Arbeiten an, die unter dem Titel „patterns of economic efficiency“ seit 2007 entstanden ist.
Ilse Chlan untersucht Strukturen und Muster „wirtschaftlicher Effizienz“: in der Nutzung von Räumen und der Ausbeutung menschlicher Arbeitskraft bis hin zur Versklavung. Sie stellt historisch überlieferte Bilder und Muster solchen, die sie in der Gegenwart auffindet, gegenüber.
Ausgangsmaterial für die erste Serie dieses work in progress war eine Abbildung eines der ersten politischen Plakate der europäischen Geschichte, das nach der gesetzlichen Regulierung des Sklavenhandels in Großbritannien von Thomas Clarkson und seinen Mitstreitern im Komitee für die Beendigung des Sklavenhandels erstellt und in den 90er Jahren des 18. Jahrhunderts in Europa verbreitet wurde.
Dieses Bild zeigte die verschiedenen Decks der „Brookes“, eines der Schiffe, die für den Sklavenhandel eingesetzt wurden, mit der Anzahl von Menschen (454 Männer Frauen und Kinder), die nach dem damals, 1788 gerade erst erlassenen Gesetz für den Transport zugelassen waren. Der Raum auf dem Schiff wurde bis in die kleinsten Winkel hinein ausgenutzt. In Wirklichkeit transportierten die Brookes und andere Schiffe sogar mehr als 600 Sklaven.
In dieser Ausnutzung des Raumes und der rücksichtslosen Ausbeutung der Menschen sieht die Künstlerin verdeckte und gleichzeitig hoch wirksame Grundmuster der europäischen und heute globalisierten Wirtschaft. Die Nachwirkungen des jahrhundertelangen Sklavenhandels sind aktuell: der Reichtum Europas und die Armut in vielen afrikanischen Ländern, die Menschen heute dazu bringt, aus Afrika auf überfüllten Booten (wieder sind es Boote!) nach Europa zu flüchten.
Ein Bild aus der Geschichte trifft hier auf Bilder aus der aktuellen Berichterstattung. Die Geschichte stellt sich als Gegenwart mehrerer Zeiten in einer einzigen Zeit dar.
„Das bessere Leben“, Ein-Kanal-Video zum Thema Menschenhandel und Zwangsprostitution. Interview mit Hannah-Isabella Gasser, Mitarbeiterin und stellvertretende Obfrau von EXIT. Der Verein EXIT wurde im Jahr 2006 von der Menschenrechtsaktivistin und Autorin Joana Adesuwa Reiterer ins Leben gerufen und verfolgt das Ziel, den Menschenhandel aus Afrika nach Europa zu bekämpfen.